Bondage hat mich schon lange gereizt. Ich wusste nur nie so recht, wie ich das Thema ansprechen soll, ohne dass es peinlich wird oder gleich nach Hardcore-Studio klingt. Als dann Bondage Seductions von Kheper Games bei uns gelandet ist, war ich entsprechend gespannt. Das Fesselspiel richtet sich an Einsteiger, also an Neugierige wie mich, die Fesseln, Dominanz und ein bisschen lustvollen Schmerz ausprobieren möchten, aber nicht gleich mit Ledergeschirr und Andreaskreuz anfangen wollen.
Wir haben das Spiel von loviux.de erhalten, und ich habe es mir natürlich nicht nur angeschaut. Den Test habe ich dort gemacht, wo so ein Set hingehört: im Schlafzimmer. Und um es gleich vorwegzunehmen, ich bin begeistert.
Was steckt in der Box?
Die Box ist schwarz gestreift mit goldener Schrift und sieht so edel aus, dass man sie auch ohne schlechtes Gewissen im Regal stehen lassen könnte. Was mich aber wirklich überrascht hat, ist, wie viel in der Schachtel steckt:
- 36 Karten mit Ideen und Szenarien
- 2 weiche, seidige Fesseln in Schwarz
- 2 Würfel
- 1 rote Augenbinde aus Satin
- 1 Gummipeitsche mit Fransen
- Spielregeln
Bei vielen Erotikspielen bekommt man ein paar Karten und das war’s. Hier hat man dagegen eine komplette kleine Grundausstattung beisammen und muss nicht erst im Kleiderschrank nach einer alten Krawatte suchen. Die Fesseln und die Augenbinde fühlen sich angenehm auf der Haut an, und auch die Peitsche macht einen soliden Eindruck. Für den Preis finde ich das wirklich stark.
So funktioniert das Spiel
Gespielt wird auf zwei Arten. Entweder ihr haltet euch an die Regeln und würfelt, dann entscheidet ein Stück weit der Zufall mit, was ich unglaublich prickelnd finde. Oder ihr zieht einfach eine Karte und nehmt sie als Idee für den Abend. So mache ich es an ruhigeren Abenden am liebsten, weil man sich dabei richtig Zeit lassen kann. Beides funktioniert wunderbar, und ihr merkt schnell, was euch mehr liegt.
Die Karten sind clever aufgebaut. Sie fangen sanft an, mit verbundenen Augen oder festgehaltenen Händen, und werden nach und nach mutiger. So wächst man ganz von selbst in das Thema hinein. Was ich am Spiel besonders mag: Zu irgendwas gezwungen wird man nicht. Wenn eine Karte gerade nicht passt, legt man sie zurück und zieht die nächste. Bei 36 Karten wird es außerdem so schnell nicht langweilig.
Mein erster Abend mit den Karten
Kerzen an, ein Glas Wein auf dem Nachttisch und ich mit jemandem, dem ich vertraue. Bevor es losging, haben wir kurz besprochen, was okay ist und was nicht (dazu weiter unten mehr). Mein Plan für den Abend war eigentlich, ganz harmlos anzufangen. Daraus wurde dann doch mehr.
Als erster Schritt kam die Augenbinde dran. Ich hätte nicht gedacht, dass das so viel ausmacht. Wenn man nichts sieht, wartet man ständig darauf, wo die nächste Berührung kommt, und genau das hat mich ziemlich schnell ziemlich heiß gemacht. Die Fesseln an meinen Handgelenken waren weich und haben nirgends gedrückt. Man kann sie locker binden und mit einem Handgriff wieder lösen, was ein gutes Gefühl gibt und hilft, sich wirklich hinzugeben.
Mein heimlicher Favorit war am Ende die Gummipeitsche. Sanft eingesetzt kitzelt sie mehr, als dass sie wehtut. Mit etwas mehr Schwung wird die Haut warm und fängt an zu prickeln, und schon das Geräusch kurz davor hat mir jedes Mal eine Gänsehaut gemacht. Später haben wir die Rollen getauscht, und auch das hatte definitiv seinen Reiz. Aus dem einen Abend sind inzwischen übrigens mehrere geworden.
Sicherheit beim Bondage-Spiel
Auch wenn das Set eher verspielt ist: Ein paar Regeln gelten für jedes Bondage-Spiel, egal wie harmlos es wirkt. Gerade beim ersten Mal ist Sicherheit wichtig, denn nur wenn man sich sicher fühlt, kann man sich auch richtig fallen lassen.
- Vorher reden: Was reizt euch, was geht gar nicht? Das dauert fünf Minuten und nimmt viel Unsicherheit raus.
- Safeword ausmachen: Gut funktioniert das Ampelsystem, also „Gelb“ für langsamer und „Rot“ für sofort aufhören.
- Nie um den Hals: Fesseln gehören an Handgelenke oder Knöchel und haben am Hals nichts verloren.
- Auf die Durchblutung achten: Werden Finger kalt, kribbeln sie oder werden taub, lockert die Fesseln sofort.
- Niemanden gefesselt allein lassen, auch nicht für zwei Minuten.
- Gezielt mit der Peitsche: Po und Oberschenkel sind gut geeignet. Nierengegend, Wirbelsäule, Gelenke und Gesicht lasst ihr in Ruhe.
- Danach Zeit nehmen: Nach intensiven Momenten tut Nähe gut. Kuschelt, trinkt etwas und redet darüber, wie es war.
Zur Hygiene: Die Utensilien nach jedem Gebrauch mit milder Seife und warmem Wasser reinigen. Und lies vor dem ersten Mal die beiliegende Herstelleranleitung.
Für wen eignet sich Bondage Seductions?
Am besten eignet sich das Set für Paare, die das Thema schon länger im Hinterkopf haben und einen einfachen Einstieg suchen. Die Karten helfen dabei enorm, weil man nicht selbst erklären muss, was man gern ausprobieren würde. Man zieht eine Karte und schaut einfach, wie der andere reagiert. Das nimmt so viel Druck raus.
Für alle, die schon Erfahrung haben, gibt es hier jede Menge frische Ideen, und die Karten lassen sich problemlos mit eigenem Equipment kombinieren. Ehrlich gesagt fällt mir kaum jemand ein, für wen das Set nichts wäre, solange die Neugier da ist. Als Geschenk zum Jahrestag oder einfach so macht es sich übrigens auch richtig gut.
Mein Fazit
Unterm Strich fällt mein Fazit rundum positiv aus. Bondage Seductions ist schön gemacht, bringt alles mit, was man braucht, und lässt euch selbst bestimmen, wie weit ihr geht. Ich kenne kaum einen schöneren Einstieg in die Welt der Fesselspiele, und auch nach mehreren Abenden habe ich noch lange nicht genug davon. Von mir gibt es eine ganz klare Empfehlung.
Wenn Du neugierig geworden bist, schau mal bei loviux.de vorbei. Und vergiss das Safeword nicht.