Zehn Minuten im Onlineshop gestöbert, drei Tabs offen, und am Ende doch nichts bestellt? Das passiert beim ersten Sextoy ständig. Auflegevibrator, Rabbit, Magic Wand, dazu Abkürzungen wie IPX7, bei denen man erst mal googeln muss. Dabei ist die Sache viel unkomplizierter, als sie wirkt. Teuer muss Dein erstes Toy nicht sein, und Fachwissen brauchst Du auch keins. In diesem Ratgeber zeigen wir Dir, welche Sextoys für Einsteiger sich lohnen, worauf es beim Kauf wirklich ankommt und wie Du Dein Toy pflegst, damit Du lange etwas davon hast. Danach findest Du ziemlich schnell heraus, was zu Dir passt.
Warum Sextoys Dein Liebesleben bereichern
Erstaunlich viele zögern aus einem ganz bestimmten Grund: Ist ein Vibrator nicht irgendwie Konkurrenz für den Partner oder die Partnerin? Ehrlich gesagt, nein. Ein Toy kann vieles, aber es küsst Dich nicht, es lacht nicht mit Dir und es hält Dich danach auch nicht im Arm. Was es kann: Dir zeigen, wie Dein Körper tickt.
Und genau damit kann ein Toy auch Dein Liebesleben bereichern. Warum? Weil Du nach ein paar Abenden mit Deinem Toy ziemlich genau weißt, wo Du gern berührt wirst und wie fest. Das kannst Du später zeigen oder sagen, statt zu hoffen, dass der andere es errät. Paare, die gemeinsam spielen, erzählen oft, dass sie sich dabei neu kennengelernt haben. Und wenn Du das Toy einfach nur für Dich willst, ist das genauso in Ordnung. Dafür muss sich niemand rechtfertigen.
Welche Sextoys gibt es für Einsteiger?
Im Shop sieht es nach hunderten Varianten aus. Tatsächlich sind es nur eine Handvoll Grundtypen in unterschiedlichen Farben und Größen. Für Dich stellt sich eigentlich nur die Frage, ob Du es lieber außen oder auch innen magst und ob Du allein oder zu zweit spielen willst. Diese Arten sind für den Anfang interessant:
- Auflegevibrator: der Klassiker für den Start. Klein, handlich, und Du legst ihn einfach außen auf, an der Klitoris, an den Brustwarzen oder am Damm.
- Fingervibrator: wird über den Finger gestreift und macht jede Bewegung Deiner Hand mit. Beim Vorspiel merkt man ihn kaum, die Wirkung dafür umso mehr.
- Rabbit-Vibrator: innen und außen gleichzeitig. Eher etwas für Dich, wenn Du schon weißt, dass Du beides magst.
- Magic Wand: großer, weicher Kopf, ordentlich Kraft dahinter. Wirkt großflächig und ist übrigens auch für verspannte Schultern ein Segen.
- Vibrator mit App oder Fernbedienung: Du trägst ihn, jemand anders drückt die Knöpfe. Wer gern mit Vorfreude und Kontrolle spielt, wird das lieben.
- Penisring mit Vibration: sitzt an der Peniswurzel, kann die Erektion etwas verlängern und vibriert beim Sex für beide mit.
Für Männer gibt es natürlich noch einiges mehr. Einen ausführlichen Vergleich findest Du in unserem Artikel Masturbatoren im Überblick.
Worauf Du beim Kauf Deines ersten Sextoys achten solltest
Klar, das Auge kauft mit. Trotzdem solltest Du beim Kauf ein paar ziemlich unromantische Dinge im Blick haben. Gerade bei der Wahl Deines ersten Toys entscheiden sie darüber, ob es Dein Liebling wird oder nach zwei Wochen ganz hinten in der Schublade landet.
Das Material. Hier lohnt sich kein Kompromiss: medizinisches Silikon. Es hat keine Poren, in denen sich Bakterien festsetzen, riecht nach nichts und lässt sich gründlich reinigen. Riecht ein Toy schon beim Auspacken stechend nach Plastik, ist das meist billiges Gummi oder Weich-PVC. Da können Weichmacher drinstecken, die an Haut und Schleimhaut nichts zu suchen haben.
Akku oder Batterien. Mit Akku und USB-Kabel passiert es Dir nicht, dass ausgerechnet im entscheidenden Moment die Batterie schlappmacht. Batterien haben allerdings einen Vorteil: Ersatz liegt meistens irgendwo in der Küchenschublade.
Wasserdicht. Steht IPX6 oder IPX7 in der Beschreibung, darf das Toy unter fließendes Wasser und mit in die Badewanne. „Spritzwassergeschützt“ klingt ähnlich, heißt aber nur, dass ein paar Tropfen nicht schaden.
Lautstärke. Mitbewohner, dünne Wände, ein leichter Schlaf im Nebenzimmer? Dann achte auf die Dezibel-Angabe. Unter 50 dB hört man das Brummen hinter einer geschlossenen Tür praktisch nicht mehr.
Größe. Lieber eine Nummer kleiner anfangen. Steigern kannst Du Dich immer noch.
Sicherheit. Kauf dort, wo CE-Kennzeichnung und Materialangaben im Produkttext stehen. Fehlen die Angaben, weißt Du schlicht nicht, was Du Dir da an den Körper hältst.
Sextoys allein oder zu zweit entdecken
Willst Du erst mal allein ausprobieren, greif zu einem kleinen Auflegevibrator oder einem Fingervibrator. Such Dir einen Abend, an dem Du ungestört bist, fang mit der niedrigsten Stufe an und arbeite Dich langsam hoch. Manche mögen ein gleichmäßiges Summen, andere lieber Pulsieren. Was für Dich passt, merkst Du ziemlich schnell. Und wenn Du schon weißt, dass Dir auch Stimulation von innen gefällt, darf es gleich ein Rabbit sein.
Wollt Ihr das Ganze zu zweit entdecken, nehmt am besten ein Toy, bei dem beide etwas zu tun haben. Mit einem Fingervibrator wird das Vorspiel intensiver. Ein Vibrator mit App macht schon das Abendessen spannend, wenn einer von Euch heimlich die Fernbedienung in der Tasche hat. Und der vibrierende Penisring ist ein unkomplizierter Einstieg für den Sex selbst. Sprecht vorher kurz darüber, worauf Ihr Lust habt. Wenn Ihr das Toy gemeinsam aussucht, kommt auch niemand auf die Idee, es sei eine versteckte Kritik.
Unsere Empfehlungen: Sextoys für Einsteiger bei marielove
Wenn Du Dich nicht durch zig Shops klicken willst, schau mal bei marielove vorbei. Die Auswahl ist groß, und viele Modelle kosten weniger als ein Abendessen zu zweit. Das sind unsere Empfehlungen für den Einstieg:
Winzig, leise und aus weichem medizinischem Silikon mit kleinen Noppen. Komplett wasserdicht, darf also auch mit ins Schaumbad. Perfekt für den allerersten Versuch und fürs Vorspiel zu zweit.
Kompakt, aus medizinischem Silikon, per USB aufladbar und wasserdicht. Fünf Stufen reichen völlig, man verliert nicht den Überblick.
Wenn Dich innen und außen gleichzeitig reizt. Aus medizinischem Silikon, aufladbar und nach IPX6 wasserdicht.
Ordentlich Power, ein weicher Silikonkopf und kein Kabel, das im Weg ist. Für Dich, wenn Du es kräftiger magst oder nach einem langen Tag einfach eine Massage brauchst.
Du trägst ihn, Dein Partner steuert per Fernbedienung oder Smartphone, wenn Ihr wollt sogar aus einer anderen Stadt. Aus medizinischem Silikon und aufladbar.
Der einfachste Weg, ein Toy in den Sex zu holen. Aus Silikon, und die Vibrationen spüren beide.
Und dann gibt es noch zwei Kleinigkeiten, an die beim ersten Einkauf kaum jemand denkt:
Passt zu allen Toys und Kondomen, geht leicht wieder ab und hinterlässt keine Flecken auf der Bettwäsche.
Reinigungsspray für Silikon-Toys. Aufsprühen, abwischen, fertig. Praktisch, wenn Du keine Lust hast, nachts noch ins Bad zu laufen.
Das richtige Gleitgel für Dein Sextoy
Wer zum ersten Mal mit Gleitgel spielt, fragt sich hinterher meistens, warum er so lange darauf verzichtet hat. Alles gleitet leichter, nichts reibt, und auch das Toy fühlt sich gleich viel angenehmer an. Wichtig ist nur, dass Du die richtige Sorte für Dein Sextoy erwischst.
Für den Anfang nimmst Du am besten eines auf Wasserbasis. Das verträgt sich mit allen Materialien und Kondomen und ist mit etwas Wasser schnell wieder weg. Gel auf Silikonbasis hält deutlich länger und ist unter der Dusche unschlagbar. Mit Silikon-Toys solltest Du es aber nicht kombinieren, weil es deren Oberfläche mit der Zeit angreifen kann. Öle und Bodylotion lässt Du lieber ganz weg. Sie machen Latexkondome durchlässig und bringen die Scheidenflora leicht durcheinander.
Reinigung und Pflege: So bleibt Dein Toy hygienisch
Klingt unsexy, gehört aber dazu: Ein Toy, das Du an so empfindliche Stellen lässt, sollte sauber sein. Mit ein bisschen Reinigung und Pflege bleibt es hygienisch und hält auch deutlich länger.
- Vorher und nachher reinigen: warmes Wasser und eine milde, parfümfreie Seife genügen. Alternativ der Toycleaner. Wasserdichte Modelle dürfen unter den Hahn, alle anderen wischst Du nur feucht ab.
- Trocknen lassen: an der Luft oder mit einem fusselfreien Tuch, bevor das Toy zurück in die Schublade wandert.
- Getrennt aufbewahren: am besten jedes in einem eigenen Stoffbeutel. Manche Materialien vertragen sich nicht, wenn sie länger aneinanderliegen.
- Kondom beim Teilen: Benutzt Ihr ein Toy zu zweit oder wechselst Du zwischen anal und vaginal, kommt jedes Mal ein frisches Kondom darüber. Mehr dazu findest Du in unserem Artikel zur Hygiene beim Analsex.
- Akku nicht vergessen: Lade Dein Toy ab und zu auf, auch wenn es gerade Pause hat. Akkus mögen es nicht, monatelang leer herumzuliegen.
- Rechtzeitig austauschen: Wird die Oberfläche rissig, klebrig oder riecht sie komisch, hat Dein Toy ausgedient.
Fazit: Dein erstes Sextoy darf Spaß machen
Wenn Du nur einen Satz aus diesem Artikel mitnimmst, dann diesen: Klein anfangen, auf medizinisches Silikon achten, Gleitgel dazu. Mehr braucht es für den Anfang wirklich nicht. Alles andere findest Du beim Ausprobieren heraus, und genau das ist ja der schöne Teil. Unser Fazit deshalb: Lass Dir Zeit, setz Dich nicht unter Druck und schau, was Dir gefällt, allein oder zu zweit. Ein Sextoy soll vor allem Spaß machen. Also, worauf wartest Du?